„Zu dünn.“ „Ganz schön zugenommen.“ „Du hast aber abgenommen.“ Solche Sätze sind schnell gesagt. Bei prominenten Menschen passiert das oft noch öffentlicher und mit deutlich mehr Reichweite.
Doch Bekanntheit macht den eigenen Körper nicht automatisch zu einem Thema für alle. Gerade Medien und Journalist:innen sollten deshalb genau überlegen, wie sie über das Aussehen einer Person sprechen.
Prominent heißt nicht grenzenlos kommentierbar
Wer in der Öffentlichkeit steht, muss damit rechnen, dass über die eigene Arbeit gesprochen wird. Das bedeutet aber nicht, dass jede körperliche Veränderung bewertet werden muss.
Die Diskussion rund um Shirin David zeigt, wie schnell sich Aufmerksamkeit vom eigentlichen Inhalt auf Äußerlichkeiten verschiebt. Genau dann stellt sich die Frage, ob diese Beschreibung wirklich relevant ist oder ob sie nur neue Bewertungen anstößt.
Wenn Körper zum Content werden
Wie stark Körperideale online wirken, zeigt auch der Trend SkinnyTok. Unter diesem Begriff verbreiteten sich auf TikTok Inhalte rund um extremes Dünnsein und Gewichtsverlust. Der Trend wurde stark kritisiert, weil er problematische Vorstellungen vom eigenen Körper fördern kann. TikTok sperrte die Suche nach dem Hashtag #skinnytok 2025.
Solche Trends zeigen, wie schnell Aussehen zum Maßstab wird und wie stark soziale Medien unsere Wahrnehmung beeinflussen können.
Auch ein „Kompliment“ kann treffen
„Du hast aber toll abgenommen“ klingt zunächst freundlich. Trotzdem wissen wir nicht, warum sich ein Körper verändert hat oder wie die betroffene Person selbst darüber denkt.
Deshalb gilt: Gut gemeint ist nicht automatisch gut angekommen. Manchmal ist es respektvoller, gar nichts zum Aussehen zu sagen.
Reichweite bringt Verantwortung mit sich
Journalist:innen, Redaktionen und große Accounts erreichen viele Menschen. Ihre Wortwahl kann deshalb beeinflussen, worüber anschließend gesprochen und diskutiert wird.
Gerade bei Überschriften und Artikeln lohnt sich die Frage, ob eine körperliche Beschreibung wirklich notwendig ist. Kritik darf klar sein, aber sie muss nicht über das Aussehen einer Person laufen.
Euer Körper braucht keine Erklärung
Wenn jemand Euren Körper kommentiert und Ihr Euch damit unwohl fühlt, dürft Ihr eine Grenze setzen. Ihr könnt klar sagen: „Ich möchte nicht, dass mein Körper kommentiert wird.“
Online könnt Ihr verletzende Kommentare löschen, blockieren oder melden. Wenn Euch Aussagen länger beschäftigen, kann ein Gespräch mit einer vertrauten Person helfen.
Wertschätzung geht auch anders
Komplimente müssen sich nicht auf Aussehen beziehen. Wir können Menschen für ihre Kreativität, ihren Humor, ihre Leistung oder ihren Umgang mit anderen wertschätzen.
Gerade bei prominenten Personen gibt es genug, worüber man sprechen kann. Der Körper muss nicht dazugehören.
Nicht jeder Gedanke über das Aussehen eines anderen Menschen muss ausgesprochen werden. Das gilt im Freundeskreis genauso wie in sozialen Netzwerken oder journalistischen Beiträgen.
